Bericht vom 103.Teterower Bergringrennen – Pfingsten 2026

von Peter Stanislawski

 

Engländer Paul Cooper räumt alles ab…

…aber ein Mecklenburger saß ihm im Nacken!

 

Siegerehrung Bergringpokal & Goldener Helm
v.l.: Mika Frehse, Paul Cooper, Mitches Godden

Pfingsten 2025 fand das Bergring-Spektakel auf Europas schönster Grasbahn aus bekannten Gründen nicht statt. Das sollte sich in diesem Jahr wieder ändern.

Erstmals in der Geschichte der traditionsreichen Veranstaltung hatte nicht der heimische Motorsportclub die Fäden in der Hand, sondern der ADAC Hansa aus Hamburg. In enger Zusammenarbeit mit dem MC Bergring Teterow und unter Leitung des ADAC-Sportchefs Adi Schlaak wurde das diesjährige Pfingstwochenende vorbereitet und organisiert.

Schätzungsweise 1.500 Besucher fanden sich am Samstag beim Training ein, um schon mal einen Vorgeschmack auf die Rennen am nächsten Tag zu bekommen.

Aber bereits am Freitagabend ließ eine unerfreuliche Nachricht bei den Organisatoren deren Blutdruck wohl rasant ansteigen! Der Wasserwagen, der zu diesem Zeitpunkt die nötige Nässe auf die Bahn brachte, rutschte in der sogenannten „S-Kurve“ (gleich hinter dem Startberg) in die Außenbegrenzung und demolierte mehrere Banden-Elemente. Schnelle Hilfe war angesagt! Im Fahrerlager wurden freiwillige Helfer (auch aktive Fahrer) „aktiviert“, die dann auch sofort an Ort und Stelle waren, um zu helfen. Eine ortsansässige Baufirma stellte auf schnellstem Weg die notwendige Technik bereit. Noch bis spät am Abend wurden die lädierten Elemente demontiert, ehe es am Samstag-früh ab 7:00 Uhr an den Neuaufbau ging.

Zum Glück brachte diese unerwartete Aktion in keiner Weise den Zeitplan durcheinander, dem Training am Mittag ab 12:30 Uhr stand nichts mehr im Wege. So dachte man jedenfalls, doch dann gab eine nächste Schrecksekunde: Ein Rennarzt sagte seinen Einsatz ab! Auf die Schnelle einen Ersatz-Doc zu organisieren, ist in dieser Branche nicht einfach. Aber es klappte. Mit halbstündiger Verspätung zogen dann die Fahrer ihre ersten Runden. Der Trainingsnachmittag verlief reibungslos und unfallfrei.

Zwei Fahrer der 500er-Klasse standen mit den besten Zeiten ganz oben auf den Trainingslisten: Paul Cooper aus England und Mika Frehse vom Bergringclub fuhren ihre schnellste Runde in unter einer Minute. Das war schon mal eine Überraschung, gerade für den 20jährigen Bahnsportler und dessen Fans.

Der Pfingstsonntag begann um 8:00 Uhr mit einer ersten Rennleitungssitzung, bevor man sich mit allen Aktiven am Vorstart zur obligatorischen und vorgeschriebenen Fahrerbesprechung traf.

Um 10:45 Uhr nahmen Rennleitung, weitere Funktionäre und natürlich das komplette Fahrerfeld Aufstellung zur Eröffnung & Präsentation. Und dann marschierten sie los, vorneweg drei junge Mädels mit den zu gewinnenden Trophäen Richtung Start- und Ziel.

Nach Ansprachen von Adi Schlaak als Veranstaltungsleiter und dem Bürgermeister der Bergringstadt, Andreas Lange, galt das 103.Bergringrennen als eröffnet. Als Symbol für den Frieden stiegen Tauben in den Himmel – ein emotionaler Moment!

Ein buntes Bild bot sich den Zuschauern, als die Motorsportler(innen) den Kurs mit ihren Wettkampf-Fahrzeugen ohne Helm und Brille von Angesicht zu Angesicht umrundeten! Sogar Altstar Trevor Banks von der Insel ließ es sich nicht nehmen, dabei zu Sein. Fans applaudierten, die Stimmung war fantastisch!

Das Tor zur Bahn öffnete sich um 11:58 Uhr zum ersten Rennen des Tages.

Und Punkt 12 schoss das Startband für die erste Gruppe der Königsklasse in die Höhe – ganz nach dem Geschmack der „Pünktlichkeitsfanatiker“.

Paul Cooper, Mitch Godden (beide Großbritannien) und Stephan Katt aus Norddeutschland wurden im Vorfeld schon auf dem Siegerpodest vermutet. Dass aber ein „Neuling“ so viel Gas gibt und das Publikum ins Staunen versetzt, damit hat wohl niemand gerechnet. Hut ab vor Mika Frehse, der wie ein jahrelanger Kenner den schwierigen 1.877 Meter-Kurs umrundete und sich nach den Entscheidungsrennen den Silberkranz umhängen ließ. Sowohl im Finale um das „Grüne Band“ und beim Lauf um den „66. Bergringpokal“ sah nur einer vor ihm die Zielflagge – Paul Cooper. „Nächstes Jahr mache ich es noch besser“, kommentierte der sympathische Sportsmann aus der Hansestadt Wismar.

Spannend wie immer ging es bei den Speed-Crossern zu. Es ist schon eine Augenweide, wenn 15 Maschinen den Startberg hinauf donnern. Und das Rad an Rad!

„Endlich habe ich es mal geschafft, am Samstag beim Training am Hechtsprung zu stehen. Das war in meiner 35jährigen Zeit als Sprecher bisher nicht möglich. Es sind ja unglaubliche Sprünge, die hier absolviert werden, gerade bei den Crossern“, so Hans-Werner Ruge, der Mann mit dem Mikro aus der Südkurve.

Den „Speed-Cross-Pokal“ und „ADAC-Silberhelm“ sicherte sich Simon Schmidt vom MC Bergring, der „Hechtjungenpokal“ gewann der Holländer Erwin Mulder.

Bei den Amazonen (Ladys) hatte Tanja Schlosser aus Weißenborn in Sachsen die Nase vorn.

Bei den vierrädrigen Quads konnte Marcus Rux vom Bergringclub seinen Erfolg aus dem Jahr 2024 wiederholen.

 

Das 103. Bergringrennen ein Erfolg – die Besucher zufrieden!

Genau das waren die Wünsche nach dem Ausfall im letzten Jahr!

Fazit: Es ist aufgegangen!

 

Danke an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen!

Danke an das fachkundige Publikum!

Danke an die Fahrer für den fairen Sport!

 

Der Bergring lebt – und wie!

Foto: P.Stanislawski

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